{"id":1069,"date":"2015-09-23T10:31:47","date_gmt":"2015-09-23T08:31:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.haus-donauschwaben.de\/wordpress\/?p=1069"},"modified":"2017-12-10T17:38:31","modified_gmt":"2017-12-10T16:38:31","slug":"kraftvolle-expressive-bilder-mit-hohem-symbolcharakter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haus-donauschwaben.de\/wordpress\/kraftvolle-expressive-bilder-mit-hohem-symbolcharakter\/","title":{"rendered":"Kraftvolle, expressive Bilder mit hohem Symbolcharakter"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><em><strong><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ausstellung im Haus der Donauschwaben Sindelfingen Vernissage des Malers Helmut Scheibling<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Am 20. Juni 2015 hatte das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen zur Er\u00f6ffnung der Ausstellung: \u201eBanater Odyssee\u201c mit Gem\u00e4lden von Helmut Scheibling eingeladen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Gekommen waren eine gro\u00dfe Anzahl von G\u00e4sten, die Familie und viele Freunde des Banater, nun Stuttgarter K\u00fcnstlers und zahlreiche Kunstinteressierte, die Helmut Scheibling kennen und sch\u00e4tzen gelernt haben.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">War es ein Zufall, dass die Vernissage gerade auf den ersten bundesweiten Gedenktag f\u00fcr die Opfer von Flucht und Vertreibung fiel? Wenn ja, dann war es ein gl\u00fccklicher, denn auch Scheiblings Oeuvre widmet sich diesem Thema ausf\u00fchrlich.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Helmut Scheibling sei eine vielseitige Pers\u00f6nlichkeit, so die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Hauses der Donauschwaben, aber vor allem sei er als Maler, in donauschw\u00e4bischen Kreisen bekannt und gesch\u00e4tzt. Durch seine zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, seine Preise und Auszeichnungen genie\u00dfe er auch in Fachkreisen hohes Ansehen. Im Haus der Donauschwaben seien Gem\u00e4lde von Helmut Scheibling nach Ausstellungen 1982 und 1998 nun schon zum dritten Mal zu sehen, erinnerte Mojem. Diesmal aber pr\u00e4sentiere Scheibling einen Querschnitt seines Oeuvres, das sowohl seine Vielseitigkeit als auch seine k\u00fcnstlerische Entwicklung aufzeigt.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Besonders begr\u00fc\u00dft wurde ein enger Freund Scheiblings, der K\u00fcnstler und Kunstp\u00e4dagoge Joseph Ed. Kr\u00e4mer, zurzeit Leiter des Kultur- und Dokumentationszentrums der Landmannschaft der Banater Schwaben in Ulm. Er f\u00fchrte anschlie\u00dfend in die Ausstellung ein. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Die musikalische Umrahmung der Vernissage leistete Andr\u00e9 Wei\u00df, ein Student der Musikhochschule Stuttgart, dessen Spezialfach der Jazz ist. Dem Wunsch des K\u00fcnstlers entsprechend, hatte der Pianist passende Jazz-Titel zur Ausstellung ausgesucht.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Unter den Ehreng\u00e4sten befanden sich Altstadtrat Walter Frohnmayer, der Vertreter des Gemeinderats und des Patenschaftsrates der Stadt Sindelfingen Hasso Bubolz, die Ehrenvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Berglanddeutschen, Herta Drozdik-Drexler sowie der langj\u00e4hrige Kulturreferent der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Dr. Walther Konschitzky.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Kunst sei f\u00fcr Helmut Scheibling immer eine moralische und \u00e4sthetische Aufgabe, so Henriette Mojem weiter. Seine Bilder seien anspruchsvoll. Der bekannte und beliebte Rundfunkpfarrer Anselm Graf Adelmann bezeichnete sie als \u201eKunst eines Gebildeten f\u00fcr Gebildete.\u201c Scheiblings Werke seien eng mit seinem Lebenslauf verbunden. Als Ergebnis der Besch\u00e4ftigung mit der eigenen, herkunftsgebundenen Kultur und Geschichte entstand eine eindrucksvolle Zahl von k\u00fcnstlerisch niveauvollen Arbeiten. In der \u201eBanater Odyssee\u201c vermische sich die griechische Sagenwelt mit dem privaten Schicksal des Malers. Scheibling verarbeite darin das Trauma seiner Familie, das zum Trauma der ganzen donauschw\u00e4bischen Volksgruppe geworden ist. Vertreibung, Flucht und Aussiedlung aus der angestammten Heimat h\u00e4tten eines gemeinsam: die Entwurzelung als Folge des Heimatverlustes. Sie unterscheide sich nur durch die \u201eQualit\u00e4t\u201c. Auch bei den Banater Schwaben, f\u00fcr die Helmut Scheibling spreche, habe die Entwurzelung viele Facetten: der Kulturschock, die Konfrontation mit grunds\u00e4tzlich ver\u00e4nderten Lebenssituationen, die Zerrissenheit, der Zwiespalt zwischen Abgrenzung und Anpassungswilligkeit. Die wirtschaftliche Integration der Banater Schwaben sei m\u00fchelos und schnell erfolgt. Und was die soziale und kulturelle Eingliederung anbelangt, k\u00f6nnen banatdeutsche Aussiedler in Deutschland von Gl\u00fcck reden: Sie genie\u00dfen gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung zur Pflege ihrer Kultur und Traditionen sowie zur Wahrung ihrer Rechte. Daf\u00fcr trete die Bundesregierung als Garant auf. Das Patenland Baden-W\u00fcrttemberg, die Patenstadt Sindelfingen sowie die donauschw\u00e4bischen Landsmannschaften erleichterten das Wurzel fassen, das Einleben und die Pflege der Traditionen. Dennoch bleibe ein gro\u00dfer Zwiespalt: zwischen dem Wunsch, sich anzupassen und dem, sich selbst treu zu bleiben. Jetzt gehe es um Identit\u00e4tsbewahrung, Integration oder Assimilation, das Aufgehen in der deutschen Gesamtbev\u00f6lkerung. F\u00fcr den Maler Helmut Scheibling bedeute die Umsiedlung von Rum\u00e4nien nach Deutschland nicht nur die Konfrontation mit grunds\u00e4tzlich ver\u00e4nderten Lebenssituationen, sondern auch die unmittelbare Begegnung mit der internationalen Kunstszene der Gegenwart, die er uneingeschr\u00e4nkt registrieren und verarbeiten konnte.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Scheiblings Bilder seien kraftvoll, expressiv und h\u00e4tten einen hohen Symbolcharakter, unterstrich Mojem. Wer sich darauf einlasse, werde schnell die \u00dcberzeugung gewinnen, dass sich hier vitale k\u00fcnstlerische Gestaltungskraft und philosophischer Tiefblick die Waage halten.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Man solle in einen Dialog mit den ausgestellten Gem\u00e4lden und Zeichnungen treten und sich mit dem geistigen Kern dieser Arbeiten auseinandersetzen, empfahl die Rednerin. Die Belohnung daf\u00fcr werde sein, dass kaum jemand, die in den Kompositionen verborgenen Chiffren, und derer gibt es unz\u00e4hlige, vergessen werde.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Festzustellen sei ferner, dass es Helmut Scheibling in seinen Werken nicht nur um die Verarbeitung von Traumata gehe, sondern auch um die Vermittlung von Wissen \u00fcber das Schicksal seiner Volksgruppe, dargestellt mit den Mitteln der Kunst. Besonders erw\u00e4hnenswert sei hier sein Triptychon, die Fortsetzung von Stefan J\u00e4gers Einwanderungsbild. Sein Gesamtwerk sei als ein wertvoller Beitrag zur Weiterf\u00fchrung und Weiterentwicklung s\u00fcdostdeutscher Kulturtraditionen, als Teil der gesamtdeutschen Kultur zu werten.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Doch es w\u00e4re ungerecht, w\u00fcrde man den K\u00fcnstler auf die genannten Themen reduzieren, zumal Scheibling auch mit religi\u00f6sen Themen, mit Collagen und Blumenbildern \u00fcberrasche.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Mit der Ausstellung von Helmut Scheibling wurde in Sindelfingen erneut ein Schatz aus dem sicherlich noch lange nicht ersch\u00f6pften Fundus des donauschw\u00e4bischen Kulturerbes vorgestellt. Die Palette ist weit gespannt: neben expressiven, symbolhaften Gem\u00e4lden, stehen Collagen, Zeichnungen, ein besonders aussagekr\u00e4ftiger Kreuzweg allerdings unorthodox mit 15 Stationen, da die Auferstehung erst als Endpunkt gesehen wird (dazu weiter unten eine Deutung), erweiternd kommen farbenfrohe Blumenbilder hinzu.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Scheiblings Bilder zeugten letztendlich von ungebrochenem Lebensmut, von einem unbesiegbaren Glauben an das Gute im Menschen und an die Wahrheit, von einem Mut zum immerw\u00e4hrenden Neuanfang, res\u00fcmierte Henriette Mojem.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Der K\u00fcnstlerfreund des Ausstellers, Joseph Kr\u00e4mer, begann seine mit Anekdoten aus der gemeinsam erlebten Zeit gespickten Ausf\u00fchrungen mit einem Zitat aus dem Munde Scheiblings: \u201eEigentlich war die Malerei bei mir keine angeborene Sache. Das Temeswarer K\u00fcnstlermilieu (&#8230;) hat mich f\u00fcr die bildende Kunst gewonnen.\u201c Wer sich so bescheiden \u00e4u\u00dfere wie Helmut Scheibling in einem Interview 1980, sei weit entfernt von dem aufgeblasenen zerfressenden Egozentrismus vieler Zunftgenossen, schickte Kr\u00e4mer voraus, bevor er die \u201ebewegte Biographie\u201c des 1940 in Temeswar geborenen K\u00fcnstlers nachzeichnete: 1964 Abschluss des Studiums an der Temeswarer Fakult\u00e4t f\u00fcr Bildende Kunst, sp\u00e4ter Museologie-Studium in Bukarest, 1964-1981 Kunsterzieher (unter anderem in Reschitza), 1981 Aussiedlung nach Deutschland, 1982-1983 Studium der Denkmalpflege an der Universit\u00e4t Bamberg, 1983-2003 Lehrer f\u00fcr Bildende Kunst in Stuttgart. Aus den weiteren Ausf\u00fchrungen des Laudators ver\u00f6ffentlichen wir nachtr\u00e4glich die wesentlichen Passagen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Trotz knapper Freizeit malte Scheibling flei\u00dfig weiter und nahm regelm\u00e4\u00dfig und immer h\u00e4ufiger an kollektiven Ausstellungen des K\u00fcnstlerverbandes teil. Er suchte seinen eigenen Stil zu entwickeln und experimentierte mit verschiedenen technischen Ausdrucksmitteln. 1971, kurz nach seinem Umzug nach Reschitza, er\u00f6ffnete Scheibling hier seine erste pers\u00f6nliche Ausstellung. Von nun an galt er in der Kunstszene als etabliert und seine Bilder wurden sowohl in Temeswar als auch an anderen Orten ausgestellt. In seinem Reschitzaer Atelier komponierte Scheibling die Bilder erst als kleine Entw\u00fcrfe im Z\u00fcndholzschachtel-Format. Die besten L\u00f6sungen wurden dann als Gem\u00e4lde verwirklicht. Man k\u00f6nne einwenden, diese Malart verl\u00f6re an Spontaneit\u00e4t. Die sichtbare Wucht oder Leichtigkeit der Pinself\u00fchrung bewiesen das Gegenteil. Diese Arbeitsweise und die breite Skala seiner Farbmischungen (von aggressiv-leuchtend bis stumpf-matt) garantieren die Einmaligkeit jeder Komposition des Malers.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ein f\u00fcr den K\u00fcnstler fast exotisches Erlebnis sollte der im Jahre 1979 erfolgte Aufenthalt in der K\u00fcnstlerkolonie Deliblata werden. Der ungew\u00f6hnliche Anblick der malerischen Sandd\u00fcnen und das offene, lockere Wesen der jugoslawischen Maler und Bildhauer wird ihn begeistern. Die mehr an dem Westen orientierte Kunst in Titos Land war viel liberaler als die in der immer engstirniger werdenden Bukarester Diktatur, der Scheibling 1981entkam. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Auch in seiner neuen Heimat blieb der Erfolg nicht aus: Als Mitglied des Verbandes Bildender K\u00fcnstler in Baden-W\u00fcrttmberg und des Kunstvereins der Di\u00f6zese Rottenburg ist Helmut Scheibling dauernd bei wichtigen Ausstellungen pr\u00e4sent. Seine Werke bekommen lobende Pressekommentare. Des \u00d6fteren hat er auch mit seinen Banater K\u00fcnstlerkollegen ausgestellt, zuerst 1983 in Pforzheim, dann 1988 in N\u00fcrnberg. Das hier ausgestellte Triptychon \u201eWider des Vergessen\u201c, ist eine zweite (erg\u00e4nzte) Version des 1994 beim Ulmer Schwabentreffen ausgestellten Gem\u00e4ldes. Thematisch ist das Bild ein Gegenst\u00fcck zum bekannten Gem\u00e4lde des Hatzfelder K\u00fcnstlers Stefan J\u00e4ger, der Anfang des 20. Jahrhunderts die deutsche Kolonisation des Banats in drei Phasen dargestellt hat: Wanderung, Rast und Ankunft. Scheiblings Bild ist dynamischer und voller symbolhafter Handlungen: Im ersten Teil wird der Spruch \u201eDem ersten der Tod, dem zweiten die Not und erst dem dritten das Brot.\u201c bildlich dargestellt, der gr\u00f6\u00dfere Mittelteil ist zweigeteilt: die linke Seite wird von Kerweihtreiben beherrscht, w\u00e4hrend die rechte Seite vom hereinbrechenden politischen Unheil k\u00fcndet: Nationalsozialismus, Krieg, Kommunismus, Enteignung, Deportation, Tod. Der rechte Schlussteil des Gem\u00e4ldes thematisiert bildlich das Feilschen um die P\u00e4sse, den sch\u00e4ndlichen Verkauf der Deutschen, die Endphase, also die Aussiedlung in die Bundesrepublik. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Eine Deutung des Bildes mit der Sanduhr bietet uns die Biografie von Scheibling: Er war drei Jahre lang von seinen Lieben getrennt, deshalb schaut der Erzengel Michael traurig und hilflos zum K\u00fcnstler empor. Konzentriert starrt der K\u00fcnstler auf die Sanduhr, er hofft und hofft&#8230; Der Erzengel als Bildzitat stammt aus der \u201eMelancholie\u201c, einem bekannten Kupferstich von Albrecht D\u00fcrer. Scheibling verwendet nochmals diesen Engel in der Komposition mit dem sperrigen Titel: \u201eDu kannst das Diesseits nicht sehen, wenn du das Jenseits nicht wahrnimmst.\u201c Hier wendet sich der Maler ausgestattet mit Palette und Staffelei dem Erzengel D\u00fcrers zu. Dieser ist ganz in blau und ist Teil des Jenseits. Hinter der Staffelei tummeln sich die Fabeltiere des Diesseits und den Rest des Bildes f\u00fcllt die Masse der Gaffer aus, die nicht anonym dastehen, sondern recht individuelle Gesichtsz\u00fcge bekommen haben. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Auch den Banater bildenden K\u00fcnstlern hat Helmut Scheibling ein Gruppenportr\u00e4t gewidmet. Sie sitzen \u201eAlle in einem Boot\u201c. Obwohl ihre Gesichtsz\u00fcge vom Maler leicht verfremdet wurden, kann man die dargestellten Personen dennoch leicht identifizieren. Alle sind mit gleicher Sympathie dargestellt, niemand wurde ausgelassen \u2013 eine bemerkenswerte Geste!<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Das Bild mit dem Titel \u201eEntt\u00e4uscht von den Folgen\u201c ist eine Warnung an diejenigen, die sich von Ideologien verf\u00fchren lassen. Da sitzen zwei Avantgardisten der Kunst: Majakowski und Rodtschenko. Beide, wie viele andere auch, wollten die moderne Kunst in den Dienst der Proletarischen Revolution stellen. Doch die brauchte das \u201eentartete Zeug\u201c nicht und polte die Kunst auf Kitsch um. Die Monumentalskulptur \u201eArbeiter und Kolchosb\u00e4uerin\u201c, das bekannte Logo des Vorspanns jeder Mosfilm-Produktion, definiert das kulturpolitische Umfeld.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Scheiblings Bilder wirken farblich ausgewogen, die Figuren sind mal statisch mit maskenhaften Gesichtern, mal in verrenkter Haltung, wie eine eingefrorene Momentaufnahme. Die Menschenb\u00fcndel stehen kompakt und scheinen das Geschehene zu kommentieren, wie ein Chor in der antiken Trag\u00f6die. Das Bestiarium der purzelnden nackten oder behaaren Fabelwesen gibt den Bildern die vom K\u00fcnstler intendierte bizarre, unheimliche Wirkung.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Die ausgestellten Papierarbeiten holen uns zur\u00fcck in die faszinierende Welt des Einfachen, \u00dcberschaubaren. Mal mit leichtem, mal mit kr\u00e4ftigem Pinselduktus zeichnet der Maler ausdrucksstarke K\u00f6pfe, einige davon waren als Vorarbeiten f\u00fcr das Triptychon gedacht. Der letzte Bereich der Ausstellung zeigt eine Serie von Gouache-Skizzen, bestehend aus 15 Bl\u00e4ttern, die den Kreuzweg darstellen. F\u00fcnfzehn deshalb, weil Scheibling den 14 klassischen Stationen noch unorthodox die Auferstehung beif\u00fcgt. Es sind Et\u00fcden, die einen tieferen emotionalen Bezug des K\u00fcnstlers zum biblischen Stoff erahnen lassen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Joseph Ed. Kr\u00e4mer zog folgendes Fazit: \u201eMit seiner sowohl thematisch wie auch maltechnisch abwechslungsreichen Auswahl von Bildern beweist Helmut Scheibling, dass er es ein Leben lang verstanden hat, sein Dasein zwischen p\u00e4dagogischer Arbeit, Staffelei und Familie im Griff zu haben. Chapeau!\u201c Dem kann sich der Betrachter nur anschlie\u00dfen. Die Ausstellung war bis zum 5. September zu sehen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Hans Vastag<\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i><u><b>Mitteilung der Redaktion:<\/b><\/u><\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i><b>Eben erreichte uns die traurige Nachricht, <\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i><b>dass Herr Helmut Scheibling<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i><b>v\u00f6llig \u00fcberraschend am 20. August 2015 verstorben ist, <\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i><b>genau zwei Monate nach seiner Vernissage im Haus der Donauschwaben.<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i><b>Unser Mitgef\u00fchl gilt den Angeh\u00f6rigen.<\/b><\/i><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellung im Haus der Donauschwaben Sindelfingen Vernissage des Malers Helmut Scheibling Am 20. Juni 2015 hatte das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen zur Er\u00f6ffnung der Ausstellung: \u201eBanater Odyssee\u201c mit Gem\u00e4lden von Helmut Scheibling eingeladen. 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