Verein „Haus der Donauschwaben e.V.“

Der Verein „Haus der Donauschwaben e.V.“ ist der Rechtsträger des Hauses der Donauschwaben mit Sitz in Sindelfingen. Er ist die älteste von fünf großen überregionalen donauschwäbischen Institutionen in Deutschland.

Jedes dieser fünf donauschwäbischen Zentren

  • das Haus der Donauschwaben in Sindelfingen
  • die Donauschwäbische Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg, mit Sitz in Stuttgart
  • die Donauschwäbische Kulturstiftung – Stiftung des privaten Rechts, mit Sitz in München
  • das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde in Tübingen
  • das Donauschwäbische Zentralmuseum in Ulm

hat eine Lücke geschlossen und ist aus der donauschwäbischen Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken.

I. Beschreibung: geschichtliche Entwicklung, Rechtsträger

Seit 1954 besteht die Patenschaft des Landes Baden-Württemberg über die gesamte Volksgruppe der Donauschwaben (aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Ungarn und aus Rumänien).

Seit 1964 hat die Stadt Sindelfingen zusätzlich die Patenschaft über die Volksgruppe der Donauschwaben aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Das Haus der Donauschwaben ist ein sichtbares Zeichen der Verwirklichung der Patenschaften des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Sindelfingen über die Volksgruppe der Donauschwaben.

Damit dokumentieren das Patenland und die Patenstadt ihre Obhuts- und Fürsorgepflicht gegenüber den Patenkindern. Gleichzeitig werden die Patenkinder in die Pflicht genommen, die Kulturleistungen eines ganzen Volksstammes vor dem Vergessen zu bewahren.

Das Haus der Donauschwaben wurde 1970 festlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus 1982 stand einer breiteren Nutzung des Hauses nichts mehr im Wege.

Dank der finanziellen Beteiligung der Bundesregierung, des Patenlandes Baden-Württemberg und der Patenstadt Sindelfingen sowie durch tatkräftige und großzügige Unterstützung durch Heimatortsgemeinschaften, landsmannschaftliche Organisationen und Einzelpersonen konnte diese Kulturinstitution erstellt werden.

II. Gliederung, Aufbau

Der Vorstand des Vereins „Haus der Donauschwaben e.V.“ setzt sich aus drei Persönlichkeiten zusammen:

Vorsitzender: Innenminister a.D. Heribert Rech MdL

1. stv. Vorsitzender: Dr. Bernd Vöhringer
Oberbürgermeister der Stadt Sindelfingen

2. stv. Vorsitzender: Ernst Jäger
Vertreter des Stifterbeirates

Der Verein „Haus der Donauschwaben e.V.“ hat 10 Mitglieder:

  • das Patenland Baden-Württemberg
  • die Patenstadt Sindelfingen
  • die Landsmannschaft der Donauschwaben – Bundesverband
  • die Landsmannschaft der Donauschwaben – Landesverband Baden-Württemberg
  • die Landsmannschaft der Banater Schwaben – Bundesverband
  • die Landsmannschaft der Banater Schwaben – Landesverband Baden-Württemberg
  • die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn – Bundesverband
  • die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn – Landesverband Baden-Württemberg
  • die Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben – Bundesverband
  • die Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben – Landesverband Baden-Württemberg

III. Aufgabenbeschreibung

Im Laufe der Jahre haben sich folgende Aufgaben des Vereins „Haus der Donauschwaben e.V.“ herauskristallisiert:

1. Das Haus der Donauschwaben als Begegnungsstätte aller Donauschwaben mit einheimischer und heimatvertriebener Bevölkerung sowie mit Angehörigen südosteuropäischer Völker.

Donauschwaben aus allen Teilen der Welt besuchen „ihr“ Haus, um hier ein Stück donauschwäbische Heimat zu finden, um ihre donauschwäbische Identität wieder zu finden, um hier bei zahlreichen Veranstaltungen geschichtliche und kulturelle Tradition zu pflegen.

Der Verein „Haus der Donauschwaben e.V.“ organisiert regelmäßig Veranstaltungen:

  • Ausstellungen
  • Konzerte
  • Dichterlesungen
  • Vorträge
  • Film- und Diaabende
  • Tanz- und Theateraufführungen

2. Das Haus der Donauschwaben als Ort der Sammlung, Bewahrung und Pflege donauschwäbischen Kulturgutes

Gemäldegalerie
Das Haus der Donauschwaben besitzt eine umfangreiche Gemäldegalerie mit Werken namhafter donauschwäbischer Künstler, z.B. Sebastian Leicht, Josef de Ponte, Stefan Jäger, Franz Ferch, Franz Schunbach, Karl Engel, Oskar Sommerfeld u.v.a..

Museale Sammlung
Das Haus der Donauschwaben beherbergt wertvolle donauschwäbische Originaltrachten (z.B. Mädchen-Festtagstracht aus Hatzfeld / Banat, Brauttracht aus Jarek / Batschka, Frauentracht aus Parabutsch / Batschka, Frauen-Festtagstracht aus Batschsentiwan / Batschka, Arbeitstracht aus Ungarn usw.) und Handarbeiten.
Auch die vielbewunderte Sammlung donauschwäbischer Trachtenpuppen zieht viele Besucher an.

Paradezimmer
Eine Kostbarkeit des Hauses stellt die donauschwäbische Bauernstube dar. Die Möbel dieses „Paradezimmers“ bzw. dieser „Extrastub“ stammen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Dorfmodelle, Gebrauchsgegenstände und die oben erwähnten Trachten vermitteln ein anschauliches Bild vom Leben in den früheren donauschwäbischen Siedlungsgebieten.

Totengedenkstätte
Die Ehrenwand im Lichthof des Hauses wird oft als symbolischer, donauschwäbischer Friedhof bezeichnet.
Diese Gedenkstätte ist eine beeindruckende, erschütternde und traurige, aber gerade deshalb sehr wichtige Dokumentation der donauschwäbischen Kriegs- und Nachkriegsopfer. Denn hinter all den nüchternen Zahlen verbergen sich grausame Menschenschicksale. Mittlerweile sind 110 Ortsnamen eingraviert. Auf jedem Steinkreuz ist der Name eines donauschwäbischen Ortes und eine Zahl eingemeißelt. Die Zahl beinhaltet sowohl die Soldaten – als auch die Ziviltoten (Opfer von Krieg, Flucht, Zwangsarbeit und Vernichtungslager) des betreffenden Ortes.
Dank der Spendenfreudigkeit der Landsleute konnte die Gedenkstätte überdacht werden.
Hier finden zahlreiche Totengedenken statt.

3. Das Haus der Donauschwaben als Ort der Dokumentation und Forschung.

Donauschwäbische Bibliothek
Die Donauschwäbische Bibliothek sammelt alle Publikationen über die Donauschwaben und deren ehemalige sowie jetzige Siedlungsgebiete. Sie verzeichnet einen Medienbestand von 16 000 Bänden und wird von einem hauptamtlichen Bibliothekar betreut. In der Zeitschriftenabteilung der Bibliothek werden 60 rein donauschwäbische Zeitungen und Zeitschriften sowie 20 wissenschaftliche Periodika, die sich mit donauschwäbischen Themen befassen, gesammelt.
Die Film-, DVD-, Video- und CD-Sammlung wird laufend erweitert.
Zum Benutzerkreis gehören hauptsächlich Forscher, Wissenschaftler und Studenten von der ganzen Welt. Hier haben sie Gelegenheit, die Geschichte und Kultur der Donauschwaben wissenschaftlich aufzuarbeiten.
In der Bibliothek befinden sich auch wissenschaftliche Arbeiten (z.B. Dissertationen, Diplomarbeiten), die größtenteils aus den Beständen des Hauses erarbeitet wurden. Zudem haben schon häufig Schüler ihre Hausarbeiten über donauschwäbische Themen angefertigt.
Immer häufiger entdecken Leser den Bildungs-, Freizeit- und Unterhaltungswert der Bibliothek. Ein spürbar gestiegenes Interesse an donauschwäbischer Literatur macht sich in allen Bevölkerungsschichten bemerkbar.

Bibliothek donauschwäbischer Familienforscher
Familienforscher haben hier die Möglichkeit, nach Herkunft ihrer Vorfahren zu suchen. Diese Bibliothek verzeichnet ausschließlich genealogische Literatur, verfilmte Kirchenbücher, Geburts-, Heirats- und Sterberegister.
Zum Benutzerkreis gehören Genealogen und genealogisch Interessierte von der ganzen Welt.

Archiv
Das Archiv umfaßt Totenlisten; sie wurden von den Heimatortsgemeinschaften erstellt. Darin sind alle Personen des Ortes namentlich erfaßt, die Opfer von Krieg, Flucht, Vertreibung und Vernichtungslager geworden sind.

Fotoarchiv
Wichtige Veranstaltungen im Haus werden in Bildern (Farbfotos) festgehalten und archiviert. Die so entstandene Dokumentation widerspiegelt das rege kulturelle und gesellschaftliche Leben von Verein und Landsmannschaften. Auch die Heimatpresse im In- und Ausland wird mit Bildern aus diesem Fotoarchiv beliefert.
Dadurch ist gewährleistet, daß die auf der ganzen Welt verstreut lebenden Landsleute über die Veranstaltungen im Weltheimathaus informiert werden.
Darüber hinaus gewähren ständig wechselnde Fotoausstellungen im Haus der Donauschwaben Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten des Hauses.
Mit dem Erwerb einiger Videofilme und DVD von verschiedenen Heimatortsgemeinschaften ist es dem Verein gelungen, den Grundstock für eine umfangreiche Bilddokumentation donauschwäbischer Städte und Dörfer anzulegen.

Anschrift:
Haus der Donauschwaben
Goldmühlestraße 30
71065 Sindelfingen

Tel.: 07031-79376-33
Fax: 07031-79376-40

E-Mail: mojem@haus-donauschwaben.de

Vorsitzender: Heribert Rech MdL, Innenminister a.D.
Geschäftsführung: Henriette Mojem

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